« Impressionen von den … | Startseite | Impressionen vom West… »

H. G. Sanke schreibt über Firlitanz, Kumpaney, Mittelalter, Soest:

Soester Mittelalter in Nimwegen

Besuch des Gebroeders van Limburg Festivals

Mittwoch, 28. August 2013, um 14:31

PlakatGenau drei Wochen nachdem sie den Soestern bei der Abwehr der Truppen des Kölner Erzbischofs beim Fehdefest tatkräftig zur Seite gestanden hatten, mussten die Rittersleute im holländischen Nimwegen schon wieder ihre Rüstungen auf Hochglanz polieren und ihre Geschütze in Stellung bringen. Diesmal ging es um die Verteidigung ihrer eignen Stadt.

Auch fast 50 gewandete Soester Mittelalterfreunde waren am Sonntag angereist, um die Freunde zwar nicht mit Schwertern, Lanzen, Pfeil und Bogen, aber wenigstens moralisch zu unterstützen.

Das Spektakel an den Resten der Stadtmauer von Nimwegen war Bestandteil des Gebroeders van Limburg Festivals, des größten Mittelalterfestes der Niederlande. Das Soester Kulturforum und der Verein der Mittelalterfreunde hatten die erneute Einladung der Festivalleitung gern weitergegeben, so dass Soest auch diesmal unübersehbar vertreten war.

Gruppenbild mit Soest und Zwolle

So bildeten sie in ihren Gewändern schon beim eindrucksvollen ökumenischen Gottesdienst in der St. Stevenskirche die größte Besuchergruppe. Dabei zu sehen waren auch einige Reproduktionen der Stundenbuch-Illustrationen, mit denen die Gebrüder Paul, Hermann und Johann van Limburg (geboren zwischen 1375 und 1383) berühmt wurden und in dem jährlichen Festival weiterleben.

Das bunte mittelalterliche Treiben mit imposanten Reiterspielen, Lagerleben, alten Handwerksberufen, Szenen aus der Zeit der großen Pest, Gauklern, Feuerschlucker, Musikanten, und allem, was dazu gehört, fand erstmals nicht auf den Straßen und Plätzen der Altstadt sondern in zwei Parks unter schattigen Bäumen statt.

Umzug (Soester Gruppe)

Den Höhepunkt des Festes bildete ein langer Umzug durch die älteste Stadt der Niederlande. Dabei wurde in vielen gewandeten Personen und Darstellungen Bezug genommen auf die Geschichte der Stadt, in der auch der von Soest zum Schutzherrn auserwählte Herzog Johann eine Rolle spielte. Darum war er, wie schon bei den bisher drei Soester Fehdefesten, auch in Nimwegen in Person von Marvin Risse hoch zu Ross dabei. Die große Soester Gruppe wurde von vielen Hundert Zuschauer am Straßenrand mit herzlichem Applaus bedacht.

Hans-Georg Sanke vom Soester Kulturforum und Markus Dolch, Vorsitzender des Vereins der Mittelalterfreunde, bedankten sich bei Uta Meier und ihren Mitstreitern für die herzliche Aufnahme und Betreuung in Nimwegen. Uta Meier: "Wir haben von den Soester Fehdeveranstaltungen viel gelernt und einige gute Ideen übernommen!"

Für alle Interessierten bietet sich bereits am 7. und 8. September wieder die Gelegenheit, ins Mittelalter einzutauschen. Dann findet nämlich in Rüthen der Westfälische Hansetag statt, dessen Gastgeber im nächsten Jahr übrigens Soest sein wird.